Fugenlose Böden im Nassbereich:
Warum geprüfte Systeme kein Verkaufsargument, sondern eine
Notwendigkeit sind
Fugenlose Bäder sind gefragt – aus gutem Grund. Keine Silikonfugen, die nach fünf Jahren erneuert werden müssen, keine Fliesenraster, die den Raum optisch zerschneiden, eine durchgehende Fläche vom Boden bis in die Dusche. Was in der Planung überzeugend aussieht, entscheidet sich handwerklich aber an einer Stelle, die am Ende niemand mehr sieht: der Abdichtung unter dem Mikrozement.
Zu den verschiedenen Arten fugenloser Böden zählen beispielsweise Mikrozement, Terrazzo und Sichtestrich, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Gestaltungsmöglichkeiten bieten und sich durch die Art der verwendeten Materialien und Oberflächen unterscheiden. Sichtestrich besteht hauptsächlich aus Zement, Sand und Wasser und wird häufig in modernen Wohnbereichen verwendet, da er eine robuste und gleichzeitig ästhetische Lösung bietet.
Genau darum geht es in diesem Beitrag. Und um die Frage, warum wir bei TRENDZEMENT ausschließlich mit geprüften Systemaufbauten unserer Partner ARDEX und MAPEI arbeiten – und Ihnen dringend empfehlen, das ebenfalls zu tun.
Die Grundlage: DIN 18534 und die Wassereinwirkungsklassen
Die DIN 18534 regelt die Abdichtung von Innenräumen und teilt Flächen nach ihrer Wasserbelastung in Klassen ein. Die Zuordnung entscheidet darüber, ob und wie abgedichtet werden muss:
W0-I (gering): Flächen mit nicht häufiger Spritzwassereinwirkung – etwa Bodenflächen im häuslichen Bereich ohne Ablauf, Küchen, Hauswirtschaftsräume, Gäste-WCs. Hier ist eine Verbundabdichtung nicht zwingend erforderlich.
W1-I (mäßig): Flächen mit häufiger Spritzwassereinwirkung ohne anstauendes Wasser – Bodenflächen im häuslichen Bereich mit Ablauf, Badböden ohne hohe Wassereinwirkung aus dem Duschbereich.
W2-I (hoch): Flächen mit häufiger Einwirkung von Spritz- und Brauchwasser, zeitweise durch anstauendes Wasser intensiviert – vor allem Böden mit bodengleichen Duschen, Flächen mit Abläufen und Rinnen.
Wichtig für die Planung: Ab W1-I ist eine Abdichtung Pflicht, und ab W2-I sind feuchtigkeitsunempfindliche Untergründe erforderlich – Beton, Zementestrich, Zementputz CS IV oder zementgebundene Bauplatten. Ein Calciumsulfatestrich oder Gipsputz hat in einer bodengleichen Dusche nichts verloren. Wer das ignoriert, baut einen Mangel ein, bevor der erste Eimer Mikrozement geöffnet wurde.
Der geprüfte Aufbau im ARDEX-System
Für unsere Verarbeiter existiert eine offizielle ARDEX-Aufbauempfehlung, die speziell für TRENDZEMENT erstellt und dokumentiert wurde. Für den Boden im Nassbereich sieht sie so aus:
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Untergrundvorbereitung: Der Untergrund muss eben, dauerhaft trocken, fest, tragfähig, trennmittel- und rissfrei sein. Risssanierung falls erforderlich mit ARDEX P 10 SR.
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Abdichtung nach DIN 18534: ARDEX S 7 PLUS in zwei Lagen, kombiniert mit den Komponenten des ARDEX TRICOM Dichtsets (Dichtbänder, Manschetten, Formteile). In die erste Lage wird ein Glasfasergewebe von TRENDZEMENT (ca. 60 g/m²) eingelegt.
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Vorstrich: ARDEX P 4 READY.
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Mikrozement: Aufbau des TRENDZEMENT-Systems nach unseren Herstellervorgaben – zwei Base-Lagen, Finish-Lage, Versiegelung.
An Wandanschlüssen und Ecken kommen Gewebedichtbänder zum Einsatz, Anschlussfugen werden mit Natursteinsilikon oder MS-Polymer geschlossen. Auf Fliesenbeständen wird zunächst mit ARDEX P 4 grundiert; je nach Anforderung folgt eine Untergrundglättung mit Gewebeeinlage, im Dauernassbereich zwingend die Abdichtung mit der flexiblen Dichtschlämme.
Für die verschiedenen Wassereinwirkungsklassen benennt ARDEX explizit die geeigneten Produkte – ARDEX S 7 PLUS und ARDEX S8 FLOW sind beispielsweise bis W3-I einsetzbar, ARDEX S1-K bei W2-I nur noch an der Wand. Diese Differenzierung ist kein Kleingedrucktes, sondern der Kern der Systemprüfung.
Der geprüfte Aufbau im MAPEI-System
Auch mit MAPEI existiert eine dokumentierte Aufbauempfehlung für fugenlose Bäder mit TRENDZEMENT. Für Böden in W1-I und W2-I:
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Grundierung je nach Untergrund – PRIMER MF EC PLUS auf Beton, ECO PRIM T PLUS (verdünnt) auf Zementestrich oder Calciumsulfatestrich, ECO PRIM GRIP PLUS auf bestehenden Fliesen.
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Spachtelung mit FIBERPLAN XTRA, Mindestschichtdicke 3 mm, Verbrauch ca. 1,6 kg/m²/mm.
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Zwischengrundierung mit ECO PRIM T PLUS, 1:3 verdünnt.
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Verbundabdichtung: MONOLASTIC TURBO ZERO mit MAPEGUARD Dichtbändern und Formteilen sowie TRENDZEMENT Glasfasergewebe – zwei Aufträge mit insgesamt mindestens 2 mm Trockenschichtdicke (entspricht 2,6 mm Nassschichtdicke).
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Fugenlose Beschichtung mit TRENDZEMENT Mikrozement nach Herstellervorgaben.
Bemerkenswert an dieser Empfehlung ist die klare Haftungszusage: MAPEI garantiert die Funktionalität des Untergrundaufbaus und der Abdichtung – ausdrücklich aber nur für die dokumentierten Aufbauten. Abweichende Konstruktionen sind nur nach Freigabe durch die MAPEI-Anwendungstechnik möglich. Die Eignung der Beschichtung selbst bestätigen wir als Beschichtungshersteller.
Handwerkliche Details, die über Dichtheit entscheiden
Die DIN 18534 und die Herstellervorgaben regeln auch die Punkte, an denen es in der Praxis am häufigsten schiefgeht:
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Die Abdichtung ist bei reinen Bodenflächen mindestens 5 cm über Oberkante Fertigfußboden hochzuführen – auch in Türlaibungen und hinter Türzargen.
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Dichtbänder, Manschetten und Dichtecken müssen im System mit dem jeweiligen Abdichtungsmaterial geprüft sein. Ein Dichtband von Hersteller A in der Schlämme von Hersteller B ist kein geprüftes System mehr.
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In Türzugängen sind je nach Wassereinwirkungsklasse Schwellenabschlüsse mit mindestens 1 cm Niveauunterschied zu planen, um Wasserübertritt auf nicht abgedichtete Flächen zu verhindern.
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Bereiche unter und hinter Bade- und Duschwannen sind durch Wannenranddichtbänder oder Weiterführen der Abdichtung zu schützen.
Warum "geprüft" für Ihre Gewährleistung entscheidend ist
Und damit zum Kern der Sache. Mikrozement selbst ist nicht die Abdichtung – er ist die sichtbare Nutzschicht. Die Dichtheit eines fugenlosen Bades entsteht im Verbund darunter. Ein Schaden an dieser Ebene bedeutet Rückbau der gesamten Fläche, oft mit Folgeschäden in angrenzenden Bauteilen. Deshalb zählen drei Dinge:
Erstens: die Haftungskette. Bei einem dokumentierten Systemaufbau ist klar geregelt, wer wofür einsteht. ARDEX übernimmt die Gewähr für die einwandfreie Qualität seiner Erzeugnisse im ARDEX-System, MAPEI garantiert die Funktionalität von Untergrundaufbau und Abdichtung, TRENDZEMENT bestätigt die Eignung der Beschichtung. Wer Produkte verschiedener Hersteller frei kombiniert, steht im Schadensfall allein da – jeder Hersteller kann auf den jeweils anderen verweisen.
Zweitens: die Normkonformität. Ein Aufbau nach DIN 18534 mit geprüften Systemkomponenten ist anerkannte Regel der Technik. Ein improvisierter Aufbau ist es nicht – unabhängig davon, ob er zufällig dicht bleibt. Im Gewährleistungsfall zählt nicht das Ergebnis, sondern die regelkonforme Ausführung.
Drittens: die Nachweisbarkeit. Die Aufbauempfehlungen von ARDEX und MAPEI liegen schriftlich vor, mit konkreten Produkten, Schichtdicken und Verbrauchswerten. Das ist im Streitfall Ihre Dokumentation – und in der Planung die Grundlage für eine belastbare Ausschreibung.
Ehrlich gesagt: Fugenlos ist nicht immer die richtige Lösung
Ein fugenloser Boden im Nassbereich funktioniert – aber nur, wenn Untergrund, Wassereinwirkungsklasse und Systemaufbau zusammenpassen. Auf einem gipsgebundenen Untergrund in einer bodengleichen Dusche funktioniert er nicht, egal wie sorgfältig beschichtet wird. Wer Ihnen etwas anderes verspricht, verkauft Ihnen ein Risiko.
Deshalb bilden wir Verarbeiter in unseren Workshops gezielt in der fachgerechten Erstellung der Abdichtung in Nassräumen aus, bevor der erste Mikrozement aufgezogen wird. Und deshalb geben wir für Nassbereiche ausschließlich die geprüften Aufbauten mit ARDEX und MAPEI frei.
Bei Fragen zu einem konkreten Projekt – Untergrund, Wassereinwirkungsklasse, Systemwahl – sprechen Sie uns an, bevor geplant wird. Das kostet ein Telefonat. Ein Wasserschaden unter einer fugenlosen Fläche kostet deutlich mehr.
Maßgeblich sind stets die Technischen Merkblätter der eingesetzten Produkte sowie die aktuell gültigen Normen und Richtlinien, insbesondere DIN 18534.
